Warten, anbinden oder neu bauen?
Ein Neubau ist selten die erste Wahl. In einem System, das seit Jahren läuft, stecken Geschäftsregeln, die nirgendwo sonst beschrieben sind, und die kaufen Sie mit einem Standardpaket nicht zurück. Prüfen Sie erst, ob Wartung reicht, dann ob eine Anbindung den Engpass löst, und erst danach den Neubau.
Die drei Wege
- Warten
- Fehler beheben, kleine Erweiterungen, wieder einen Ansprechpartner haben. Der günstigste Weg und oft ausreichend, solange das System tut, was es soll.
- Anbinden
- Das System bleibt, spricht aber künftig mit dem Rest. Löst meist den eigentlichen Engpass: Daten, die feststecken.
- Neu bauen
- Nur sinnvoll, wenn sich die Anforderungen grundlegend geändert haben oder die Plattform wirklich nicht mehr zu pflegen ist. Rechnen Sie damit, Regeln neu zu entdecken, die niemand mehr kennt.
Fünf Fragen, die entscheiden
- Wie viele Geschäftsregeln stecken darin?
- Je mehr ungeschriebene Logik, desto teurer der Neubau. Das ist mit Abstand der schwerste Faktor.
- Wer kommt noch heran?
- Kennt niemand mehr den Code, ist dessen Übernahme der erste Schritt — unabhängig davon, welchen Weg Sie danach wählen.
- Lässt sich das System anbinden?
- Ein System mit einer Schnittstelle oder einer lesbaren Datenbank muss selten ersetzt werden.
- Wie kritisch ist es?
- Eine Anwendung, auf der der gesamte Betrieb läuft, ersetzt man nicht in einem Zug, sondern Schritt für Schritt.
- Was ist der Anlass?
- Ein Anbieter, der aufhört, verlangt etwas anderes als ein fachlicher Wunsch. Benennen Sie das zuerst.
In der Praxis ist es oft eine Kombination: erst Wartung, um Luft zu bekommen, dann eine Anbindung für den größten Engpass, und erst danach gegebenenfalls schrittweise ersetzen.
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