Aus einem kompilierten Programm lässt sich der ursprüngliche Quellcode nicht zurückgewinnen; das sagen wir lieber sofort. Was meist geht: die Datenbank und die Daten sichern, das Verhalten der Anwendung festhalten und daraus einen Nachfolger bauen, der dasselbe leistet.
Was geht und was nicht
- Quellcode rekonstruieren
- Nicht realistisch. Dekompilierung liefert unlesbaren Code, den niemand pflegen kann, und erlaubt ist es längst nicht immer.
- Daten sichern
- Fast immer möglich. Die Datenbank oder die Dateien lassen sich unabhängig von der Anwendung lesen und übertragen.
- Verhalten festhalten
- Masken, Berechnungen, Berichte und Ausnahmen dokumentieren, gemeinsam mit den Menschen, die täglich damit arbeiten.
- Am Laufen halten
- Oft läuft die Anwendung in einer abgeschotteten Umgebung noch jahrelang weiter, während der Nachfolger entsteht.
Wo Sie zuerst suchen
- Alte Datenträger und Sicherungen
- Quellcode taucht überraschend oft in einer alten Sicherung oder auf dem Rechner des ausgeschiedenen Entwicklers auf.
- Das Installationsverzeichnis
- Konfigurationsdateien, Skripte und Berichtsdefinitionen liegen häufig vor, auch wenn der Code fehlt. Das spart viel Klärungsarbeit.
- Der Vertrag
- Manchmal ist eine Quellcodehinterlegung bei einem Dritten vereinbart. Das nachzulesen lohnt sich, bevor Sie etwas anderes tun.
Auch ohne Quellcode haben Sie mehr in der Hand, als es scheint. Sichern Sie zuerst, was da ist, und stellen Sie erst danach die Frage nach dem Nachfolger.
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